Am 7. März 2026 pilgerten Hunderte Schüler nach Rosenheim. Sie strömten in den RB44 und
machten die Bahnsteige unsicher. Sie verstopften die Straßen und zogen in langen Reihen zum
Ziel; der TH Rosenheim. Hier standen sie bis auf die Straße und warteten auf Einlass zum Event
des Jahres, dem Schulsanitätsdienst Praxistag.
Diesen veranstalten jährlich mehrerer bayrische Hilfsorganisationen zusammen, um junge Schüler
fortzubilden und sie in ihrer Tätigkeit als Schulsanitäter zu unterstützen. Die Arbeitsgemeinschaft
Schulsanitätsdienst in Bayern besteht bereits seit 2008. Sie soll organisationsunabhängig einen
gemeinsamen Rahmen für die Schulsanitäter im ganzen Land schaffen. Auch um den
landesweiten Austausch zu fördern treffen sich diese einen Tag lang zum gemeinsamen Lernen.
Der Tag begann nach der stressigen Anreise zuerst einmal mit einem gemütlichen Frühstück. Mit
Brezel in der Linken und Heißgetränk in der Rechten fand man sich in seinen Gruppen zusammen.
Danach ging es in die Hörsäle, um der Einführung zu lauschen. Der Tagesablauf wurde vorgestellt
und verschiedene Beteiligte und Politiker richteten Grußworte an die Versammlung. Anschließend
hielten Valerie Riepl-Bauer und Nicole Friedrich einen erstaunlich unterhaltsamen Vortrag über
Gehirnerschütterungen und Schädel-Hirn-Trauma.
Am Vormittag fanden Workshops statt. Eine
beeindruckende Bandbreite an Themen wurde abgedeckt: Erste Hilfe Outdoor, Vergiftungen,
Drogennotfälle, Amputation, Schminken von künstlichen Wunden… Auch für die Lehrer standen
sieben Workshops zur Auswahl.
Ein weiteres Highlight waren die zahlreichen Fahrzeuge der verschiedenen Rettungsdienste.
Neben den Einsatzfahrzeugen der Veranstalter waren auch die Freiwillige Feuerwehr Rosenheim
mit einem Drehleiterfahrzeug, das THW Rosenheim, eine Motorradstaffel (BRK & MHD
Rosenheim), ein Boot (DLRG Bad Aibling), Drohnen, eine Rettungshundestaffel (DLRG
Rosenheim) sowie der Wünschewagen des ASB vertreten. Am meistbesuchten war die Station
der DLRG, der Grund dafür: die vierfüssigen Helfer. Immer wieder beeindruckend ist an diesem
Tag das enorme Engagement der Beteiligten. Auch die Suchhunde werden von Ehrenamtlichen
gehalten und trainiert. Die Trainer fahren zum üben, auf Einsätze, auf Fortbildungen.
Da kommen schnell über fünfhundert Stunden im Jahr zusammen. Vergütet wird keine Einzige, sogar die Ehrenamtspauschale spenden die meisten an ihre Organisation. In den Workshops waren immer wieder nicht nur die spannenden Inhalte Thema, sondern auch Erfahrungen von Einsätzen. Der Workshop zu Drogennotfällen war zum größten Teil mit zehnjährigen gefüllt. Sie fragten: was war der brenzligste Einsatz? Die Antwort: letzten September in der Münchner Innenstadt, Drogennotfall. Das SEK umzingelte den Patienten und die Sanitäterin. Der Patient zückte das Messer und griff sie an, eine Sekunde zu spät schritten die Polizisten ein. Die Narbe ist noch immer zu sehen. Der bizarrste Einsatz: Mord mit Enthauptung. Aber es gibt auch die schönen
Einsätze, Geburten, erfolgreiche Reanimation. Also frisch ans Werk und weiter gelernt! Nach
einem gemeinsamen Essen aus der Feldküche des BRK folgt ein zweiter Workshop. In etwa
Fünfhundert Sanitäter aus Bayern, Zweihundert Dozenten und Helfer und sogar ein Team aus
Sofia erlernten an diesem Wochenende stundenlang neue Fähigkeiten. Die Stimmung ist gut,
nicht nur dank der vielseitigen Informationen sondern vor allem dank der Gesellschaft. Es ist
inspirierend von echten Experten zu lernen. Zudem waren wir beeindruckt von der großen Zahl an
Schülern die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren. Dabei genügt der gute Zweck als
Anlass. Was vor allem motiviert ist aber die Gemeinschaft, der Gedanke dass schon ein wenig
Wissen einen großen Unterschied machen kann. Es sind Veranstaltungen wie diese, die Ehrenamt
lohnend machen.