Nachhaltigkeit hautnah erleben – Umweltscouts besuchen Biogasanlage und Tropenhaus in Weihenlinden

Als Dankeschön für ihr besonderes Engagement im Umwelt- und Naturschutz machten sich am
23. Juli Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klassen mit Frau Stahl, Frau Huber-Kunath und
Schulhund Amy auf den Weg zu einer spannenden Exkursion nach Weihenlinden.

Mit dem Zug ging es zunächst nach Hinrichssegen, von dort aus wanderten wir zu Fuß zur Biogasanlage der
Familie Pritzl. Sebastian Pritzl führte uns durch den Betrieb und erklärte anschaulich, wie aus Gülle und Mist der umliegenden Bauern wertvolle Energie entsteht.

Mithilfe von Mikroorganismen wird das organische Material in großen Fermentern vergoren, wobei Methan entsteht. Dieses wird in einem Blockheizkraftwerk verbrannt und treibt einen Generator zur Stromerzeugung an. Gleichzeitig entsteht Wärme, die ebenfalls genutzt wird. Der verbleibende Gärrest dient anschließend als hochwertiger Dünger und gelangt wieder auf die Felder. So werden regionale Stoffkreisläufe geschlossen und erneuerbare Energie erzeugt – ein gelungenes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Klimaschutz miteinander verbunden werden können.

Im Motorraum konnten wir die Technik aus nächster Nähe erleben. Dort war es so laut und warm, dass sich viele Schülerinnen und Schüler die Ohren zuhielten und Hund Amy lieber draußen wartete. Schnell wurde klar, welche enormen Energiemengen hier umgesetzt werden.

Besonders beeindruckend war anschließend das angrenzende Tropenhaus. Die bei der
Stromerzeugung entstehende Abwärme wird genutzt, um Wasser zu erhitzen und die beiden
Gewächshäuser ganzjährig auf etwa 30 °C zu erwärmen. Durch regelmäßige Beregnung und eine Luftfeuchtigkeit von rund 90 % wachsen dort Papayas, Bananen, Ingwer und verschiedene Chilisorten unter nahezu tropischen Bedingungen.

Große Begeisterung lösten außerdem die frei laufenden Wachteln aus. Auch Amy hätte sie gerne zum Fressen gehabt, musste aber mit Frauchen im Tropencafé warten. Die Vögel dienen als natürliche Schädlingsbekämpfer und helfen dabei, Spinnmilben und Wollläuse ohne chemische Pflanzenschutzmittel in Schach zu halten – ein weiteres Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften.


Mit großem Interesse erfuhren wir, dass eine Bananenpflanze zu über 90 % aus Wasser besteht, innerhalb weniger Monate mehrere Meter hoch wachsen kann, nur ein einziges Mal Früchte trägt und ihr vermeintlicher Stamm tatsächlich aus eng eingerollten Blättern besteht. Natürlich durfte auch probiert werden: Verschiedene Bananensorten standen zur Verkostung bereit, wobei die Apfelbanane schnell zum Favoriten wurde. Die rohe Papaya überzeugte dagegen weniger – im Tropencafé wird sie allerdings vor allem für den beliebten Papaya-Spritz verwendet.

Nach zahlreichen interessanten Fragen und spannenden Antworten machten wir uns auf den Rückweg nach Bruckmühl. Die Exkursion bot faszinierende Einblicke in nachhaltige
Energiegewinnung und tropischen Pflanzenanbau und zeigte eindrucksvoll, wie
ressourcenschonendes Wirtschaften in der Praxis funktionieren kann.


Unser Fazit: Sowohl die Biogasanlage als auch das Tropenhaus sind einen Besuch wert. Wer die tropischen Spezialitäten selbst probieren möchte, sollte dem Tropencafé (geöffnet von Freitag bis Montag) unbedingt einmal einen Besuch abstatten.

 

K. Stahl